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So glücklich kann Aufräumen machen

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Endlich wieder Ordnung! Wer aufräumt oder sogar seine Wohnung entrümpelt, fühlt sich danach meist richtig gut.

Der Grund: Der Körper schüttet Glückshormone aus. Doch wie geht man beim Ordnungschaffen am besten vor?

Vielleicht kennen Sie sie von Youtube oder von Netflix, wo sie eine eigene Serie hat: die japanische Aufräum-Expertin Marie Kondo, die die Haushalte US-amerikanischer Paare entrümpelt. Meist ist am Ende die Hälfte des Hausrats ausgemistet und die Bewohner sind glücklich. Ganz so, als wäre vieles, was sich angesammelt hat, Ballast, der nur den Blick auf die wichtigen Dinge im Leben versperrt. Ohne diesen Ballast lebt es sich leichter, lautet die Message.

Innere Ruhe kontra kreatives Chaos
Doch ist das wirklich so? Und wenn ja, warum? Und wie räumt man am besten auf? Tatsächlich sagen Psychologen, dass bei vielen Menschen Glückshormone ausgeschüttet werden, wenn sie ihre Wohnung geputzt oder aufgeräumt haben. Ähnlich wie im Sport belohnt der Körper damit den Menschen, der sein Ziel erreicht hat. Viele fühlen sich nach dem Aufräumen leicht und befreit, bekommen eine größere innere Ruhe.

Und all das lässt sich oft schnell erreichen. Denn wenn man sich ein einzelnes Zimmer vornimmt, hat man oft schon nach kurzer Zeit ein schnelles Ergebnis – und verbrennt nebenbei eine Menge Kalorien. Die aufgebrachte Zeit holt man schnell wieder rein, weil man sich später Zeit beim Suchen spart. Zudem ist man für spontane Besuche von Freunden und Verwandten gerüstet.

Allerdings: Es gibt auch Menschen, die ihr kreatives Chaos lieben und einer aufgeräumten Wohnung oder einem fast leeren Schreibtisch nichts abgewinnen können. Also: Aufräumen ist auch eine Typfrage. Die Münchner Ordnungsberaterin Gunda Borgeest unterscheidet in ihrem Buch „Ordnung nebenbei“ fünf „Chaos-Typen“ – vom Horter, der gern neue Dinge kauft, über den Perfektionisten, der nach der perfekten Aufbewahrungsbox sucht, bis zum Aufschieber, dem Aufräumen und Putzen so unangenehm ist, dass der Berg an Arbeit weiterwächst.

Mit Strategie ans Ziel
Alle Typen haben aber dasselbe Problem: Wie fange ich an und wie gehe ich am besten vor? Borgeest empfiehlt, eine To-do-Liste zu erstellen und dabei jedem Punkt ein Zeitfenster zuzuweisen. Im Alltag hilft es auch, Dinge gleich am Ende des Tages wegzuräumen und den Tag so etwas aufgeräumter zu beginnen. Das setzt aber voraus, dass jedes Ding einen festen Platz hat und auch der Stauraum gut strukturiert ist.

Marie Kondo hat ihrer Aufräumstrategie einen Namen gegeben: die KonMari-Methode. Dabei werden Dinge in fünf Kategorien unterteilt: Kleidung, Bücher, Papier, Komono – alle Haushaltsutensilien, elektronischen Geräte oder Kosmetika – und schließlich Emotionales, wie etwa Fotoalben, Geschenke oder Urkunden.

Marie Kondo schreibt in ihrem Bestseller „Magic Cleaning“, dass es nur ein wahres Auswahlkrite­rium gibt, ob Dinge behalten oder aussortiert werden: das Glücksgefühl, das der Gegenstand bei uns erzeugt. Auf diese Weise kann man zum Beispiel ein Kleidungsstück nach dem anderen in die Hand nehmen und sich fragen: Wie fühle ich mich mit der Jeans? Ist sie bequem? Macht sie mich glücklich? Was nicht glücklich macht, sollte weg, sagt Marie Kondo. Am Ende des Tages hat man dann nur noch Dinge vor sich, die einem wirklich am Herzen liegen.

Jetzt geht es darum, den Lieblingsstücken einen festen Platz zu geben – denn das spart später Zeit beim Aufräumen. T-Shirts, Pullover und Hosen kann man so falten, dass sie eng gepackt senkrecht in ihren Schubladen stehen. Dokumente und wichtige Papiere am besten thematisch, alphabetisch oder nach Jahrgang in einen Ordner packen und lose Blätter in einer Schachtel verstauen. Haushaltsutensilien, Erinnerungsstücke und kleine lose Dinge bekommen Kategorien, wie etwa Elektronik, Krimskrams oder Hobby-Zubehör. Auch das lässt sich bequem in etikettierten Schubladen und Schuh­kartons lagern – oder in günstigen stapelbaren Schachteln aus dem Baumarkt. Am Ende merkt man: Es gab gar nicht zu wenig Stauraum, sondern einfach zu viele unnötige Dinge.

Allerdings muss man nicht um jeden Preis Dinge wegwerfen. Besonders, wenn man eine emotionale Bindung zu ihnen hat, fällt es oft schwer. Im Fall von Erinnerungen wie Fotos und Briefen empfiehlt es sich, diese abzufotografieren.

Wertschätzung und Dankbarkeit entgegenbringen
In der KonMari-Methode finden sich Spuren des Schintoismus, einer Religion, die auch Dingen einen Geist zuspricht. Kondo empfiehlt deshalb, den Gegenständen Wertschätzung zu zeigen, indem man mit ihnen spricht und sich bei ihnen bedankt. Das mag vielleicht anfangs ein wenig albern klingen. Etwa, wenn man zu seinen Schuhen sagt: „Danke, dass ihr mich heute vor der Nässe geschützt habt“. Was sich anfangs ko­misch anfühlt, wird allerdings schnell ein schönes Ritual. Als kleinen Nebeneffekt behandelt man die Dinge sorgsamer. Man macht sich bewusst, warum man was besitzt, schätzt die Dinge mehr und hat so länger etwas von ihnen.

Übrigens: Die entrümpelten Dinge müssen nicht unbedingt in die Tonne oder den Sperrmüll. Vieles kann anderen eine Freude bereiten. Einfach mal auf Webseiten wie utopia.de und wohindamit.org nachschlagen.

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