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Wie viel kostet ein Haustier?

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Die Entscheidung für ein Haustier will gut überlegt sein.

Bevor der treue Freund ein zu teurer Freund wird, sollte sich ein Tierhalter in spe einen Überblick über anfallende Kosten verschaffen.

Die Heimtierbranche gilt als Gewinner der Coronakrise. Allein 2020 stieg die Zahl der Haustiere in deutschen Haushalten um fast eine Million auf knapp 35 Millionen. Viele unterschätzen dabei leider, dass ein Haustier eine große Verantwortung und hohe Kosten mit sich bringt. Bei der Anschaffung einkalkuliert werden müssen etwa Futter, Spielzeug, Tierarzt und Versicherung. Deshalb will dieser Schritt gut überlegt sein, damit ein Tier auf Dauer ein Zuhause findet und auch finanziert werden kann.

Anschaffungskosten
Die Anschaffungskosten hängen von der Tierart, der Rasse und dem Bezugsweg ab. Eine reinrassige Katze oder ein Hund vom Züchter kann zwischen 500 und einigen tausend Euro kosten. Wer sparen und zudem einem Tier ein neues Zuhause bieten möchte, der schaut sich in einem Tierheim um. Hier fällt eine Schutzgebühr von 100 bis 300 Euro an. Dafür hat der Vierbeiner einen Gesundheits-Check hinter sich und ist geimpft.

Kleintiere wie Hamster, Kaninchen oder Meerschweinchen sind mit 5 bis 50 Euro deutlich günstiger. Meerschweinchen und Kaninchen sollten aber nicht allein gehalten werden, sodass in der Regel mindestens zwei gekauft werden. Die Preise für Vögel variieren stark.

Grundausstattung
Hinzu kommen die Ausgaben für die Erstausstattung: Futter- und Wassernäpfe, Tiernahrung, Fellpflegewerkzeug, ein Schlafplatz, eine Transportbox sowie Spielzeug. Ein Hund braucht Halsband und Leine, eine Hauskatze Katzentoilette und Kratzbaum. Zwischen 100 und 500 Euro sind für die Grundausstattung eines Hunds oder einer Katze einzukalkulieren. Für Vögel und Nagetiere benötigt man einen Käfig mit Napf, Tränke, Spielzeug und Futter sowie ein Schlafhäuschen. Je nach Größe, Marke und Qualität muss man mit 100 bis 250 Euro rechnen.

Regelmäßige Ausgaben
Die laufenden Kosten sind nicht zu unterschätzen. Neben Futter, braucht man für Hunde regelmäßig Kotbeutel und ab und an neues Spielzeug. Außerdem müssen eventuell Hundeschule, Hundefrisör und Hundesitter bezahlt werden. Hinzu kommen für alle Hundebesitzer die Hundesteuern (je nach Gemeinde zwischen gut 70 und mehreren hundert Euro pro Jahr bei gefährlichen Rassen) und in vielen Bundesländern eine Hundehaftpflichtversicherung (40 bis 70 Euro pro Jahr). Für Katzen fallen zwar keine Steuern an, wohl aber die Ausgaben für Futter, Katzenstreu und Spielzeug.

Laut Deutschem Tierschutzbund geben Hundehalter im Schnitt 90 bis 100 Euro pro Monat für ihr Tier aus, bei Katzen liegen die durchschnittlichen Kosten bei etwa 60 bis 80 Euro monatlich. Auch bei Kleintieren summieren sich die Kosten für Futter, Heu, Nagehölzer, Stroh, Einstreu, tierärztliche Untersuchungen und Ersatz von Zubehör je nach Tierart auf etwa 17 bis 57 Euro pro Monat.

Bei den regelmäßigen Kosten will die Lebenserwartung der Tiere einkalkuliert sein. Hunde werden im Schnitt 14 Jahre alt, Katzen 16, Schildkröten hingegen können über 100 Jahre alt werden und sind damit gesamt betrachtet die teuersten Haustiere. Mit einer Lebenserwartung von nur gut 2 Jahren gilt der Hamster als das günstigste Haustier.

Kosten von der Steuer absetzen
Manche Kosten, die Haustiere verursachen, lassen sich übrigens von der Steuer absetzen.

  • Handwerkerkosten etwa für den Bau von Stall oder Voliere am Haus: Das Finanzamt übernimmt 20 Prozent der Lohn- und Fahrtkosten bis maximal 6000 Euro.
  • Auch Kosten, die für haushaltsnahe Dienstleistungen aufgebracht werden, können abgesetzt werden. Dazu gehören Kosten zum Beispiel für Nachbarskinder, die den Hund im Urlaub betreuen oder ab und an mit ihm Gassi gehen.

In beiden Fällen müssen eine Rechnung und ein Überweisungsbeleg vorliegen.

Tierarztkosten und Medikamente
Wird das Tier krank oder hat einen Unfall, führt oft kein Weg an einem Tierarztbesuch vorbei. Wie viel die Behandlung kosten wird, hängt davon ab, nach welchem Satz der Arzt seine Leistungen berechnet. Die Kastration einer Katze kostet zwischen 70 und 300 Euro, eine Operation bei Hunden und Katzen schnell bis zu 1000 Euro. Eine Orientierung bietet die Gebührenordnung der Bundestierärztekammer.

Zu überlegen ist, ob sich eine Krankenversicherung für Vierbeiner lohnt. Mehr dazu findet man zum Beispiel bei Finanztip.

Bestattungskosten
Daran will natürlich bei der Anschaffung eines Haustiers niemand denken, aber auch eine Tierbestattung ist nicht kostenlos. Der Tierarzt entsorgt die Leiche bei der Tierkörperbeseitigung für rund 20 Euro. Für eine Erdbestattung auf einem Tierfriedhof fallen zwischen 100 und 300 Euro an. Dazu kommen jährliche Kosten für die Grabmiete. Eine Einäscherung kann zwischen 30 und 300 Euro kosten.

Tipp: Weitere Informationen auch zu anderen Tieren gibt es zum Beispiel bei Ein Herz für Tiere.

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