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Schulstart trotz Corona: Was ist anders als vor den Sommerferien?

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Klar ist nur: Jedes Bundesland trifft eigene Entscheidungen.

Kaum war Mecklenburg-Vorpommern als erstes Bundesland ins neue Schuljahr gestartet, mussten zwei Schulen aufgrund von Corona-Fällen auch schon wieder schließen. Jetzt öffnen auch die anderen Länder nach und nach ihre Schulen. Ist der bundesweit geplante Präsenzunterricht überhaupt sinnvoll? Welche finanziellen Unterstützungen gibt es für Schulen und Eltern?

Präsenzunterricht ja, aber keine einheitlichen Regeln
Trotz Corona sieht Dr. Stefanie Hubig, Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), die Länder gut auf das neue Schuljahr vorbereitet. Doch eins ist sicher: Normalen Unterricht wird es auch nach den Sommerferien nicht geben. Welche Regelungen und Corona-Maßnahmen gelten, entscheidet jedes Bundesland selbst. Bereits Anfang Juni hat Hubig in einer Pressemitteilung verkündet, dass die Länder zu einem möglichst normalen Präsenzunterricht zurückkehren wollen. Wie soll das funktionieren?

Die einzelnen Länder bereiteten sich auf verschiedene Szenarien vor, erklärt Hubig. Der Regelbetrieb solle von besonderen Hygienemaßnamen begleitet werden. Zudem soll sich die Schule auf einen Wechsel von Fern- und Präsenzunterricht einstellen. Im Falle neuer Corona-Erkrankungen müssen die Länder mit lokalen oder regionalen Schulschließungen reagieren. Zentral bliebe das Thema Digitalisierung.

Die Lehrergewerkschaft VBE wirft der Politik vor, dass die Schulen weder ausreichend Zeit noch finanzielle Unterstützung für die Umsetzung der Richtlinien bekämen. In einer Stellungnahme vom 16. Juni 2020 äußert der VBE die Befürchtung, dass Eltern von der Realität des Schulalltags enttäuscht wären. Der Verband wirft der Politik vor, durch die Propagierung des Normalbetriebs an Schulen Lehrer und Eltern gegeneinander auszuspielen.

Für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) stehen die Hygienestandards an den Schulen im Mittelpunkt. Die Vorsitzende Marlis Tepe weist darauf hin, dass die Hygiene schon vor der Corona-Krise an vielen Schulen fragwürdig gewesen sei. Das sei die Folge jahrelanger Vernachlässigung des Bildungssektors. Tepe kritisiert den dadurch entstandenen Investitionsstau von 43 Milliarden Euro. Sie sagt, die Politik müsse spätestens durch die Corona-Pandemie aus ihren Fehlern lernen und die Kommunen unterstützen. „Bund, Länder und Kommunen müssen gemeinsam dafür sorgen, dass endlich genügend in unsere Schulen investiert werden kann.“

Kommt das Geld aus dem Digitalpakt bei den Schulen an?
Corona hat gezeigt: In Deutschland ist die Schere zwischen arm und reich groß und es gibt teilweise gravierende Unterschiede im Wissen um digitales Lernen oder den Zugang zu digitalen Endgeräten. Dem sollte das Unterstützungspaket des Bundes in Höhe von 500 Millionen Euro entgegenwirken. Das Geld soll sowohl Schulen mit Hard- und Software unterstützen, als auch sicherstellen, dass genügend Laptops für Schüler bereitstehen. Eine formale Bedürftigkeitsprüfung gäbe es dabei nicht, die Länder müssten die Verteilung nach bestem Wissen und Gewissen regeln.

Kritik gibt es am Verteilungsprinzip des Königsteiner Schlüssels, der eine Verteilung nach Einwohnerzahl und Steueraufkommen vorsieht. GEW-Schulexpertin Ilka Hoffmann hätte sich eher gewünscht, dass das Geld nach einem Sozialindex verteilt wird. Sie sieht die Gefahr, dass die Unterschiede sich weiter verfestigen. Außerdem reiche das Geld ihrer Meinung nach bei Weitem nicht aus. Die GEW hatte 2019 in einer Studie berechnet, dass rund 20 Milliarden Euro für eine Mindestausstattung der Schulen und Beruflichen Schulen nötig seien.

Kinderbetreuung: Muss am Ende wieder Omi ran?
In den vergangenen Monaten konnten Eltern in systemrelevanten Berufen ihre Kinder in die Notbetreuung geben. Alle anderen Eltern mussten zwischen Homeoffice und Homeschooling hin und her wechseln. Oft unter großen finanziellen Einbußen. Die zusätzliche Belastung traf besonders Frauen.

Der Präsenzunterricht schafft Entlastung. Aber um auf Corona-Fälle schnell reagieren zu können, sehen die Länder kurzfristige lokale Schulschließungen vor. Dann müssen wieder die Eltern ihre Kinder betreuen und im Zweifel selbst unterrichten. Für Eltern, die im Homeoffice arbeiten können, bedeutet das zusätzlicher Stress. Arbeitnehmer, die diese Möglichkeit nicht haben, haben ein Problem. Oft sind Urlaubstage schon aufgebraucht, die Haushaltskasse leer. Bleiben Freunde und Großeltern. Die nächsten Monate werden zeigen, welche neuen Modelle Politik und Wirtschaft gemeinsam entwickeln, um Arbeitnehmer mit Kindern zu unterstützen.

Quelle: Sparkasse.de

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